2017 Corvette Z06 Callaway SC757

 

An Superlativen kommt man nicht vorbei, wenn man sich in die Welt von CallawayCars begibt. 768PS, 1050Nm (in Worten eins–null–fünf–null) und von 0 auf 100km/h in nur 2,8 Sekunden, wobei ein aktueller 911 GT3 RS „zähe“ 3,2 Sekunden anbietet… so lesen sich schonmal die ersten Zeilen des Steckbriefs unseres heutigen Schützlings. Ohne Frage, dass wir in nur 2,6 Sekunden die Einladung von Franziska Kramm annehmen, um für eine softgarage-Anprobe an der aktuellen Callaway Corvette SC757 vorbeizukommen.

Gesagt – getan, starten wir das Dienst-SUV und steuern das Kramm Headquarter in Berlin Französisch-Buchholz an. Bereits in diesem Moment ist uns klar, dass wir wohl spätestens auf dem Heimweg, unser vernünftiges und zuverlässiges 3-Liter-CommonRail-Triebwerk, demotiviert an einer Raststätte zurücklassen möchten. Einfach aufgrund des neuen „Leistungsbewusstseins“.  Aber, egal, das Risiko müssen wir eingehen!

 

 

Kraftkur

Wir sind verabredet mit Raiko Ritter, KFZ-Meister und Callaway-Profimechaniker, Herr über die heilige CallawayCars-Halle bei Kramm. Wir wollen mehr erfahren über den Eingriff, der aus einer „handelsüblichen“ C7 Z06 eine SC757 macht. Raiko legt gleich los und schafft es mit Kompetenz und seiner besonnenen Art, uns die einzelnen Umbauschritte sehr anschaulich zu erklären.

Herzstück ist der Kompressor. Der 1,7 Liter Serienkompressor wird gegen einen knapp ein Drittel größeren 2,3 Liter Radialverdichter ausgetauscht. Damit nicht genug: Mittels eines weiterhin optimierten Kühlsystems wird sowohl die Temperatur der verdichteten Luft gesenkt, als auch der Druck beibehalten, mit dem die komprimierte Luft in den Brennraum geboostet wird. In Kombi mit dem vergrößerten Hubraum, ergeben sich die gut 100 Mehr-PS und das brachiale Drehmoment. Allein zwischen 2000 und 6400 U/min liegen mehr als 650Nm an.

 

 

in besten Händen

Damit das Kraftpaket unter der Carbon-Haube Platz findet, wird diese entsprechend angepasst. Hier wird’s nochmal knifflig, das stellt für Raiko aber kein Problem dar. „Das Einbringen der Öffnung und Einsetzen der dezenten Hutze benötigt allein knapp 2 Tage, wenn man alle Schritte ordnungsgemäß ausführt und die Ablüftzeiten des Spezialklebers einhält“, ergänzt der versierte KFZ-Meister. Wir lauschen Raikos Ausführungen sehr aufmerksam und sind beeindruckt mit welcher Routine und Akribie er seine Arbeiten ausführt. Ohne Zweifel: Hier sind die Supersportler in besten Händen.

 

 

on a mission

Während der Wartezeiten, zwischen Fahrzeugannahme und -übergabe, kommen bereits jetzt softgaragen als Car Cover im Autohaus Kramm zum Einsatz. Ob der Wagen nun direkt in der Halle oder auf dem Platz verweilt, der Rundumschutz ist insbesondere nach einer umfangreichen Aufbereitung stets gefragt. Das Feedback ist durchweg positiv, und so freuen wir uns auch heute die Corvette mit Aerowagen-Kit erfolgreich „unter die Haube zu bringen“. Mission 757 erfüllt.

Nun sind wir mal ehrlich, was die Ingenieure von Callaway da im Schilde führen, ist schon mehr als heftig. Man sollte bedenken, dass die „normale“ C7 Z06 Vette werkseitig bereits mit enormen 6.2 Liter Hubraum, satten 881Nm und berauschenden 659PS aus dem Showroom rollt. Was treibt einen da an, mit dem „Supercharger-Kit“ noch gute 100PS und 170Nm obendraufzustapeln?

Die Antwort ist klar. Die sportliche Herausforderung ist Motivation genug. Sie leben es und der Erfolg gibt dem CallawayCompetition-Team Recht. So sprudelte die Euphorie regelrecht über, als auch beim diesjährigen ADAC GT-Masters auf dem österreichischen Red-Bull-Ring, das Fahrer-Duo Kirchhöfer/Keilwitz die begehrte Trophäe in den knapp bemessenen Kofferraum der C7 GT3-R packen durfte. Die Piloten rasten in beiden Wertungsläufen auf Rang 1 und sogar in den Qualifyings und dem Freien Training ließen sie den Verfolgern keine Chance. Mehr positive Eigenwerbung für die Leistungsfanatiker geht kaum.

 

 

praktische Prüfung

So, jetzt sind wir am Start. Nach Theorie folgt Praxis und Raiko drückt uns die Schlüssel einer SC757 in die Hand. Weil die Sonne so schön im Zenith steht, ist es natürlich auch noch die Cabrioversion… macht Sinn. Wir nehmen uns Zeit für einen ersten Blick ins Cockpit und auf das Interieur der Rakete. Alles sehr intuitiv angelegt und ergonomisch ausgerichtet. Neuheit für uns, auch die Türen werden per Taste von innen elektrisch entriegelt und geöffnet, nettes Detail. Schnell ist der Startknopf gefunden, und das mächtige, sonore Geräusch klingt verheißungsvoll.

Wir wollen uns kurzfassen und auch irgendwie nicht zu viel verraten, aber was hier an der Hinterachse anpackt und dazu mit einem Hammer-Soundtrack aus Turbo und Abgasanlage untermalt wird, ist einfach nur betörend. Kurzum, wir hatten mega aufregende Momente auf dem Track um die Ecke (Danke nochmal an Peter von audimax) und müssen ab heute den Begriff „Leistungssteigerung“ für uns komplett neu definieren.

 

 

Vielen Dank an das Team von Softgarage für diesen faszinierenden Artikel & die atemberaubenden Bilder.

 

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